Scott-Vincent Borba, 52, ist Mitgründer der Kosmetikmarke e.l.f. (kurz für „eyes, lips, face“) aus Oakland, Kalifornien. Wer den Namen nicht kennt: Das Unternehmen wurde 2004 zusammen mit Joseph Shamah gegründet und wuchs zu einer der beliebtesten veganen und nachhaltigen Kosmetikmarken heran.
Borba selbst lebte jahrelang genau das Leben, das man sich bei einem Beauty-Mogul so vorstellt. Neben seiner Unternehmerkarriere arbeitete er als Model, Designer, Sänger und Schauspieler.
Er beschreibt diese Zeit heute ziemlich unverblümt: Er habe mit Leuten wie Paris Hilton und den Kardashians gefeiert und das Hollywood-Leben in vollen Zügen genossen. Er sei ein wandelndes Poster für Luxus gewesen, alles andere als bescheiden.
Scott Vincent Borba – Eine Berufung, die mit zehn Jahren begann
Borba spürte aber schon als Zehnjähriger den Ruf zum Priestertum. Seine Eltern waren überzeugte Katholiken und in ihrer Gemeinde aktiv. In der dritten Klasse schlug seine Mutter ihm vor, sich den Priester am Altar einmal genauer anzuschauen.
Borba erinnert sich, dass die Gewänder des Priesters in diesem Moment glitzerten, und er in diesem Augenblick wusste, dass Gott ihm das Priestertum aufs Herz legte.
Doch statt ins Seminar ging es erst mal an die Santa Clara University und danach in die Beauty-Branche. Sein Vater hatte ihm geraten, rauszugehen und sich ein Stück der Welt zu erobern, und genau das tat er dann auch.
Der Wendepunkt in seinen 40ern
Als er Mitte 40 war, saß Borba auf einer Party und fühlte sich zutiefst unglücklich, leer und ausgebrannt. Er wandte sich direkt an Gott und sagte sinngemäß: Wenn das Leben nur aus Arbeiten, Feiern und Sterben besteht, dann sei das nicht das Leben, das Gott für ihn vorgesehen habe. Aber ändern könne er sich nur mit Gottes Hilfe.
Was dann kam, beschreibt er als mystische Erfahrung: Er bat Gott, ihm zu helfen, der Mann zu werden, als der er erschaffen wurde, und erlebte daraufhin eine überwältigende Flut an Liebe und Barmherzigkeit.
Alles weggeben, Stück für Stück
2019 begann Borba, sein Multimillionen-Vermögen für wohltätige Zwecke aufzulösen. Wie genau die Summe aussah, ist nicht öffentlich bekannt, aber der Prozess war alles andere als einfach. Gott habe ihn aufgefordert, alles aufzugeben, und Borba dachte anfangs, damit seien nur seine Autos gemeint. Also verkaufte er seinen Aston Martin Cabrio und wollte sich davon einen Truck kaufen. Doch Gott war damit noch nicht fertig.
Der Mann, der einst Hollywood-Stars 7.000-Dollar-Diamant-Gesichtsbehandlungen verpasst hatte, verkaufte schließlich seinen gesamten Besitz und spendete das Geld.
Danach schrieb er sich als Seminarist für die Diözese Fresno ein.
Vom Penthouse ins Seminarzimmer
Heute lebt Borba als Diakon am St. Patrick’s Seminary in Menlo Park. Sein Zimmer beschreibt er als winzig und karg, so ziemlich das Gegenteil seines früheren Lebens.
Bei seinem ersten Treffen mit seinem geistlichen Begleiter fuhr er noch mit einem Luxusauto vor und trug einen teuren schwarzen Anzug. Der Begleiter öffnete die Tür, sah ihn an und sagte nur: „Ich habe eine Menge Arbeit vor mir mit dir.
Eine seltene Berufung
Laut der US-amerikanischen Bischofskonferenz liegt das Durchschnittsalter neuer Priester bei 33 Jahren. Nur etwa 3 % der aktuellen Seminaristen sind über 50. Borba mit seinen 52 Jahren fällt also deutlich aus dem Rahmen.
Er selbst sieht das pragmatisch: Gott habe ihn mit zehn berufen, er habe nur spät zugesagt.
Am 23. Mai wird es offiziell
Borba wird am 23. Mai in Visalia von der Diözese Fresno zum Priester geweiht. Danach wird er einer Gemeinde als Vikar zugewiesen und von einem erfahrenen Pfarrer begleitet.
In gewisser Weise schließt sich damit ein Kreis: Borba wuchs in Visalia im San Joaquin Valley auf, genau dort, wo er als Kind zum ersten Mal den Ruf Gottes spürte. Chandler Marquez, Sprecher der Diözese Fresno, fasst es so zusammen: Borba bringe seinen unkonventionellen Hintergrund und echte Lebenserfahrung in den Dienst ein, und man könne die tiefe Freude, die er ausstrahle, regelrecht spüren (KTVU).
Borba selbst sagt, er sei noch nie glücklicher gewesen. Für ihn ist das ultimative „Glow-up“ eben kein äußerliches, sondern ein inneres.
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