„Meine Frau hätte niemals unser Kind riskiert“: Ehemann bricht nach tödlicher Tauchkatastrophe auf den Malediven sein Schweigen

Der Mann, der bei der tragischen Tauchkatastrophe auf den Malediven vergangene Woche seine Frau und seine Tochter verlor, hat sein Schweigen gebrochen.

Tauchunfall auf den Malediven

Fünf italienische Taucher kamen am vergangenen Donnerstag bei einem Tauchunfall im Vaavu-Atoll ums Leben – einem Teil des Inselarchipels im Indischen Ozean.

Gegen 13:45 Uhr Ortszeit wurden die Behörden über das Verschwinden der Gruppe informiert und leiteten sofort eine Suchaktion ein.

Noch während die tragischen Umstände aufgeklärt wurden, kam ein weiteres Opfer hinzu: Ein maledivischer Rettungstaucher des Militärs starb während der Bergungsmission an der Dekompressionskrankheit – umgangssprachlich „Taucherkrankheit“ genannt, die bei zu schnellem Aufstieg aus großer Tiefe auftreten kann.

Unter den fünf Opfern waren die Meeresbiologie-Professorin Monica Montefalcone von der Universität Genua und ihre 20-jährige Tochter Giorgia Sommacal. Die weiteren Toten wurden als Muriel Oddenino, Gianluca Benedetti und Federico Gualtieri identifiziert.

Das italienische Außenministerium erklärte: „Die Taucher sind Berichten zufolge beim Versuch ums Leben gekommen, Höhlen in einer Tiefe von 50 Metern zu erkunden.“

„Meine Frau hätte niemals das Leben unserer Tochter riskiert“

Nun hat sich Carlo Sommacal, der Ehemann der Professorin und Vater der jungen Taucherin, zu Wort gemeldet. Er will verstehen, wie fünf erfahrene Taucher bei einem einzigen Ausflug sterben konnten.

Obwohl verschiedene Experten die Entscheidung kritisiert haben, so tief zu tauchen, sagte Sommacal der italienischen Zeitung La Repubblica, seine Frau „hätte niemals das Leben unserer Tochter oder anderer junger Menschen aufs Spiel gesetzt.“

Gegenüber der britischen Times fügte er hinzu: „Meine einzige Gewissheit ist, dass meine Frau eine der besten Taucherinnen auf der ganzen Welt ist.“

In einem weiteren Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press sagte er schlicht: „Irgendetwas muss passiert sein.“

Tödlichster Tauchunfall in der Geschichte der Malediven

Lungenfacharzt Claudio Micheletto erklärte gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos: „Wahrscheinlich ist etwas mit den Tanks schiefgelaufen.“ Der Tod durch Sauerstofftoxizität, auch Hyperoxie genannt, sei „eine der dramatischsten Todesarten, die beim Tauchen auftreten können – ein grauenvolles Ende.“

Die Behörden gaben an, dass im Tauchgebiet – rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Malé – wechselhaftes Wetter geherrscht habe. Wegen stürmischer See mussten die Bergungsarbeiten am Freitag vorübergehend ausgesetzt werden.

Die Katastrophe im Vaavu-Atoll gilt als der tödlichste einzelne Tauchunfall in der Geschichte der Malediven. Verschiedene Experten haben sich zu den möglichen Ursachen geäußert – die Theorien reichen von Sauerstofftoxizität bis hin zu Panik im Unterwasser-Höhlensystem.

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