Montagmorgen war es so weit: Marius Borg Høiby (29) wird sein Urteil verkündet. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) stand im Februar vor Gericht – angeklagt in 40 verschiedenen Punkten. Das Urteil: vier Jahre Gefängnis.
Noch vergangene Woche hatte das Osloer Amtsgericht seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft zugestimmt – unter anderem mit Blick auf den ernsten Gesundheitszustand seiner Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, die zuletzt als mögliche Kandidatin für eine Lungentransplantation eingestuft worden war.
Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, und das Berufungsgericht kam zu einem anderen Schluss.
Am Montag fiel das Urteil: vier Jahre Gefängnis – wegen zwei Vergewaltigungen und Misshandlung in einer nahestehenden Beziehung, wie Dagbladet berichtet.
Richter Jon Sverdrup Efjestad sprach ihn in zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen frei, in zwei anderen hingegen schuldig. Zudem wurde er wegen Misshandlung in einer nahestehenden Beziehung gegenüber Nora Haukland verurteilt.
„Bei allen Vergewaltigungsvorwürfen muss das Gericht als bewiesen ansehen, dass die Geschädigte nicht in der Lage war, sich der Handlung zu widersetzen – etwa durch Schlaf oder starke Trunkenheit“, erklärte Efjestad.
Das 128-seitige Urteil fiel einstimmig.
Entschädigungszahlungen an drei Frauen
Darüber hinaus wurde Borg Høiby verurteilt, drei von sechs Frauen Schmerzensgeld zu zahlen: 100.000 Kronen an Nora Haukland und 200.000 Kronen an die sogenannte Westkant-Frau. Insgesamt belaufen sich die Entschädigungen auf 640.000 Kronen.
In 34 Anklagepunkten wurde er schuldig gesprochen, in den übrigen freigesprochen.
Das Osloer Amtsgericht bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur NTB, dass Høiby im Gerichtssaal keine Stellung zum Urteil nehmen werde. Er nimmt sich Bedenkzeit, um zu entscheiden, ob er Berufung einlegen oder das Urteil akzeptieren will.
Die Vorwürfe im Überblick
Festgenommen worden war Marius Borg Høiby erstmals im August 2024. Seitdem häuften sich die Anklagepunkte: Körperverletzung, Sachbeschädigung, rücksichtsloses Verhalten sowie mehrere Verstöße gegen ein Kontaktverbot. Hinzu kamen Vorwürfe der Misshandlung in nahestehenden Beziehungen gegenüber mehreren Ex-Freundinnen.
Gewalt gegen seine Ex-Freundin beim Vorfall im Osloer Stadtteil Frogner im August 2024 sowie Bedrohungen gegen einen Mann hat er eingeräumt. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit seinen Ex-Freundinnen Nora und Juliane weist er hingegen zurück.
Verlegung in Hochsicherheitsgefängnis
Vom Osloer Gefängnis wurde er inzwischen in die Haftanstalt Ila in Bærum verlegt – das Osloer Gefängnis wird wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen. Sieben Wochen sass er in Untersuchungshaft.
Ila gilt als eine der strengsten Haftanstalten Norwegens und ist die zentrale Einrichtung für Sicherungsverwahrung im Land. Besuche von Familienangehörigen sind dort unter Hochsicherheitsbedingungen möglich.
Kurz vor der Verlegung kam es jedoch zu einer unerwarteten Wendung: Laut dem Magazin Se og Hør wurde Borg Høiby am vergangenen Mittwoch direkt aus dem Osloer Gefängnis in ein Krankenhaus in Ostnorwegen gebracht, wo er auch übernachtete. Am Montag war er deshalb nicht im Gerichtssaal anwesend.