Ein Video sorgt gerade in den sozialen Medien für ordentlich Aufregung: Ein junger Mann, der in den weit verbreiteten Aufnahmen und auf Plattformen wie X vielfach als Migrant bezeichnet wird, wurde dabei gefilmt, wie er in der englischen Countryside eine historische Trockensteinmauer Stein für Stein auseinandernahm.
Der Grund? Weil er offenbar keine Lust hatte, ein Stück weiterzulaufen, um eine vorhandene Lücke in der Mauer zu benutzen.
Ein Spaziergänger, der gerade mit seinem Hund unterwegs war, bemerkte die Aktion und stellte den Vandalen zur Rede. Im Video hört man ihn ziemlich aufgebracht rufen, er habe mit eigenen Augen gesehen, wie der Mann Steine aus der Mauer gerissen und auf den Boden geworfen habe.
Er wies ihn auch darauf hin, dass nur wenige Meter weiter ein Durchgang existiert. Doch da war der Schaden schon angerichtet, und der Verursacher zeigte wenig Einsicht. Das Video wurde unter anderem von Britannia Daily aufgegriffen und verbreitete sich innerhalb weniger Tage auf X und anderen Plattformen.
Dort löste der Vorfall eine hitzige Debatte über Respekt gegenüber dem kulturellen Erbe aus.
Warum Trockensteinmauern so besonders sind
Trockensteinmauern sind weit mehr als einfache Feldhaufen. Sie werden komplett ohne Mörtel gebaut und halten ausschließlich durch die präzise Anordnung und das Gewicht der Steine zusammen. Im Fundament liegen große, flache Steine, darüber wird Schicht für Schicht aufgebaut, wobei die Mauer nach oben hin schmaler wird.
In regelmäßigen Abständen sorgen sogenannte Bindesteine, die über die gesamte Breite der Mauer reichen, für zusätzliche Stabilität. Oben schließen Decksteine die Konstruktion ab.
Diese Bauweise hat in Großbritannien eine lange Tradition. Laut Wikipedia reichen einige Trockensteinmauern in Nordwesteuropa sogar bis in die Jungsteinzeit zurück.
In England sind viele der heute noch sichtbaren Mauern im 18. und 19. Jahrhundert entstanden, als im Zuge der sogenannten Enclosure Acts große Landflächen in Privatbesitz übergingen und Grundstücksgrenzen markiert werden mussten. Die UNESCO hat die Kunst des Trockenmauerbaus 2018 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt, unter anderem für Länder wie Frankreich, Griechenland, Kroatien und die Schweiz.
Neben ihrem kulturellen Wert erfüllen die Mauern auch eine ökologische Funktion: In den Ritzen und Spalten zwischen den Steinen finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf, von Eidechsen über Insekten bis hin zu Moosen und Flechten.
Was eine solche Zerstörung wirklich bedeutet
Genau das macht den Vorfall so ärgerlich. Was in wenigen Sekunden zerstört ist, lässt sich nicht einfach wieder zusammenstapeln. Die originalgetreue Reparatur einer Trockensteinmauer erfordert spezialisierte Handwerker, die die traditionelle Technik beherrschen.
Das kostet Zeit und Geld, und selbst dann ist das Ergebnis nie ganz dasselbe wie das Original, das über Jahrhunderte in sich zusammengewachsen ist.
In Großbritannien gibt es eine aktive Szene von Trockenmauer-Enthusiasten. Manche nehmen sogar an Wettbewerben teil, andere engagieren sich ehrenamtlich bei der Restaurierung alter Mauern für Naturschutzorganisationen.
Für viele Briten sind diese Mauern ein sichtbares Stück Geschichte, das die gesamte Landschaft prägt und definiert. Entsprechend groß ist die Empörung, wenn jemand dieses Erbe mutwillig zerstört, nur weil er zu bequem ist, ein paar Schritte weiter zu gehen.
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