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Rentner (77) war trotz positivem Corona-Test einkaufen, bekam von der Stadt keine Lebensmittel – fordert 4.000 € Bußgeld

Mit dem Ausbruch des Coronavirus und den ansteigenden Infektionszahlen, wurde das Leben jedes Einzelnen immer weiter eingeschränkt und erschwert.

Insbesondere für alleinstehende und ältere Menschen war es eine schwierige Situation, sobald sie einen positiven Corona-Test in der Hand hielten.

Denn dieser bedeutete, dass sie sich nicht mehr vor die Tür bewegen, keinen Besuch empfangen durften und auf die Hilfe anderer angewiesen waren.

So erging es auch einem Rentner aus Göttingen, doch anders als bei anderen Infizierten wird dieser Fall nun vor Gericht verhandelt, wie der NDR berichtete.

Gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen

Der 77-jährige Rentner muss sich nämlich vor dem Amtsgericht verantworten, weil er mehrfach gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen hatte, die ihm auferlegt worden waren.

Er soll trotz eines positiven Corona-Tests zweimal seine Wohnung, die sich in einem Hochhauskomplex befindet und wegen mehrerer positiver Tests von Bewohnern im Frühsommer unter Quarantäne gestellt wurde, verlassen haben.

Die Stadt fordert deswegen von dem Mann ein Bußgeld in Höhe von 4.000 Euro, doch dieser ist nicht bereit, die Strafe zu zahlen.

Laut eigener Aussage soll er die Stadt Göttingen mehrmals um Lebensmittel gebeten haben. Als diese aber nicht geliefert wurden, sei er einkaufen gegangen und musste dafür seine Wohnung verlassen.

Zudem beteuert der Rentner, dass er trotz mehrfacher Anrufe und Zusagen seitens der Mitarbeiter keine Lebensmittel bekam. Auch Anrufe beim Hilfsdienst hatten keinen Erfolg, dort konnte er niemanden erreichen.

Einkaufen mit Mund-Nasen-Schutz

Als sich die Situation des Rentners nach einer Woche immer noch nicht verbessert hatte, sah er sich gezwungen, in einen Supermarkt zu gehen, trotz Quarantäne-Auflagen und einer Infektion.

Zwar habe er beim Einkauf einen Mund-Nasen-Schutz getragen, doch andere Bewohner hatten den 77-Jährigen dabei gesehen und den Verstoß gemeldet.

Weil das Care-Paket der Stadt erst nach 14 Tagen beim Rentner ankam, musste er insgesamt zweimal einen unerlaubten Einkauf tätigen.

Weil sich beide Parteien nicht einigen konnten, wird dieser Fall nun vor Gericht verhandelt.

Man darf gespannt sein, wie das Urteil ausfallen wird.

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