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Krankenschwester soll 17 Babys auf Neugeborenen-Station getötet haben – Beweise nach 3 Jahren Ermittlungen

Was sich zurzeit im englischen Chester zuträgt, ähnelt einem gruseligen Film und in der Hauptrolle ist eine Krankenschwester. Leider ist es aber bittere Realität.

Es geht um insgesamt 17 tote Babys, die auf einer Neugeborenen-Station unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben kamen und die 29-jährige Lucy L., die als Krankenschwester dort arbeitete.

Wie RTL berichtete, kam es im Countess of Chester-Hospital zwischen März 2015 und Juli 2016 zu den 17 Todesfällen und seit Juli 2018 wird die Engländerin verdächtigt, dafür verantwortlich zu sein.

Ärzte hatten sich damals besorgt über die „ungewöhnlich vielen Todesfälle“ in der Klinik gezeigt und Lucy L. wurde noch im selben Monat wegen Mordes an acht Neugeborenen und versuchten Mordes an sechs Babys festgenommen.

Zwar kam die Frau nach Zahlung einer Kaution wieder frei, doch im Juli 2019 erfolgte die zweite Festnahme. Zu diesem Zeitpunkt kamen nämlich drei weitere Verdachtsfälle hinzu.

Obwohl sich L. kooperativ zeigte, wie die Ermittler berichteten, habe man keine Beweise gegen die Frau finden können, doch damit ist jetzt Schluss.

Laut englischen Medien wurde die Krankenschwester nach drei Jahren andauernden Ermittlungen am Dienstag abermals verhaftet.

Die 29-Jährige soll danach zwei Tage lang von den Ermittlern befragt worden sein und ihr Haus sei erneut durchsucht worden.

Der leitende Ermittler Paul Hughes gab an, dass ein Team von mehreren Ermittlern in den vergangenen drei Jahren energisch an dem hochkomplexen Fall gearbeitet hatte, um die Todesursache der Säuglinge feststellen zu können.

Und es scheint, als wären die Ergebnisse stichhaltig, denn diese führten schlussendlich zur zweiten Festnahme der Krankenhausmitarbeiterin, wie Hughes bestätigte:

„Die Frau befindet sich derzeit in Haft.“

Gleichzeitig wurden auch die Eltern der getöteten Babys darüber informiert, dass womöglich ein Verbrechen hinter diesen tragischen Toden steckt, was Hughes zusetzt:

„Das ist eine schwierige Zeit für alle Familien.“

Er betonte, dass es wichtig sei, sich in Erinnerung zu rufen, dass viele Hinterbliebenen auf Antworten warten. Und diese könnten sie womöglich in naher Zukunft erhalten.

Die Neugeborenenstation wurde nach Bekanntwerden der ersten Ermittlungen unterdessen geschlossen.

Bislang ist nicht bekannt, was die Verdächtige zu den Vorwürfen sagt.

Man kann sich nicht vorstellen, was die armen Eltern all die Jahre durchleben mussten. Immer diese Unsicherheit im Hinterkopf, ob es natürliche Gründe für den Tod ihrer Kinder gab oder ob ein Verbrechen dahintersteckt.

Die nächsten Wochen und Monate werden hoffentlich für Klarheit sorgen.