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Trotz vieler Neuinfektionen mit Corona: In Belgien wird die Maskenpflicht aufgehoben

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie auf der ganzen Welt wurden die Regierungen in den einzelnen Ländern bekanntermaßen meist sofort aktiv.

Es wurden Verbote ausgesprochen und das öffentliche Leben in vielen Teilen der Welt lahmgelegt.

Als dann die Infektionszahlen sanken oder stabil blieben, wähnte man sich vielerorts schon auf dem richtigen Weg und lockerte wieder die Beschränkungen.

Das scheint nach aktueller Lage, insbesondere in Europa, allerdings nicht die allerbeste Entscheidung gewesen zu sein, denn in vielen Ländern steigen die Infektionszahlen wieder an und Experten sprechen schon davon, dass das Coronvirus nun wieder über uns rollen wird.

Trotz dieser Aussichten hat sich ein Land, das im europäischen Vergleich zur „Spitzengruppe“ der Corona-Infektionen gehört, einen neuen Weg eingeschlagen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete.

Lockerungen beschlossen

Belgien, das mit 139 Fällen auf 100.000 Einwohner auf Platz 6 in Europa hinsichtlich Neuinfektionen landet, hat für seine 11,5 Millionen Einwohner Lockerungen in Aussicht gestellt, die auch die Maskenpflicht betreffen.

Ministerpräsidentin Sophie Wilmés sagte nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats:

„Wir lernen, mit dem Risiko des Coronavirus in unserer Gesellschaft zu leben.“

Zwar scheint die Bevölkerung erleichtert zu sein über diese Aussage, doch Fachleute warnen gleichzeitig, dass die Regierung das falsche Signal sende.

Menschen waren und sind verunsichert

In der belgischen Hauptstadt Brüssel wurde im Sommer eine Maskenpflicht ausgesprochen, die für den öffentlichen Raum und sogar beim Fahrradfahren gilt. Dennoch waren Cafés und Restaurants weiterhin gut besucht und auf Abstand wurde auch nicht geachtet.

Deswegen konnte etwa dort nur der Anstieg der Infektionen gebremst werden.

Mit der Ansage der Regierung steht aber fest, dass diese Maskenpflicht zum 1. Oktober fallen wird und die Bürgermeister der Städte sollen nur noch in eng bevölkerten Zonen das Tragen einer Maske durchsetzen.

Zusätzlich darf jede Person fünf enge Kontakte haben und auf Hochzeiten dürfen so viele Menschen eingeladen, wie die Veranstalter möchten. Dabei sind aber nur Zehnertische erlaubt und sie müssen anderthalb Meter voneinander weg stehen.

Auch die Quarantäneauflagen wurden geändert, wodurch eine Person, die mit einer infizierten in Kontakt war, nur noch eine Woche in Quarantäne gehen muss. Vorausgesetzt am Ende der Zeit liegt ein negativer Test vor.

Für Wilmés hat dieser Beschluss pragmatische Gründe:

„Besser eine leichtere Maßnahme, die beachtet wird, als eine drastische, die niemand befolgt.“

Der angesehene Virologe Marc Van Ranst sieht das hingegen anders:

„Der nationale Sicherheitsrat wollte eine Entspannung, aber wir sind von der Realität überholt worden“, er rechne daher in einigen Wochen mit „großen Problemen“, wie er im flämischen Fernsehen sagte.

Die Pandemie ist noch lange nicht überstanden und wir müssen wohl noch einige Zeit mit diesem Virus leben müssen.

Weil weiterhin noch viel geforscht werden muss, ist es auch schwierig, Entscheidungen zu treffen, die Beschränkungen und Maßnahmen angehen.

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