Foto: AfD Hamburg-Bergedorf/Facebook.com

Hamburg: Eisdiele hängt Schild mit „Kein Eis für Nazis“ ins Fenster – AfD geht darauf ein und löst Verwirrung aus

Aufgrund des Rechtsrucks, den viele Menschen in Europa und auf der Welt erleben, ist es umso wichtiger, klare Kante zu zeigen und dagegen einzustehen.

Das dachte sich auch die Eisdiele „Eis-Perle“ im Hamburger Stadtteil Alsterdorf und hängte ein Schild mit der Aufschrift „Kein Eis für Nazis und auch sonst nichts außer Spott“ ins Fenster.

Außerdem wurden die Hashtags #wirsindmehr und #fensterdemo hinzugefügt, womit bereits viele Geschäfte ihre Meinung gegenüber Nazis zum Ausdruck brachten.

AfD sieht sich in Opferrolle

Anstatt das aber einfach hinzunehmen, wurde laut des Focus die AfD Hamburg-Bergedorf darauf aufmerksam und hat in einem Facebook-Post kritisch auf diese Äußerung seitens der Eisdiele reagiert.

Kein Eis für Nazis!Ist das Motto der "Eis-Perle" in Hamburg-AlsterdorfDie Geschichte wiederholt sich…Vielen Dank…

Gepostet von AfD Hamburg-Bergedorf am Samstag, 16. November 2019

Darin beschreibt die Partei, dass die Nutzerin Petra I. auf das Schild aufmerksam geworden sein und auch im Laden nachgefragt haben soll, was man dort unter dem Begriff „Nazi“ verstehen würde.

Dadurch, dass die Antwort „AfD“ lautete, könnte der Entschluss gefasst worden sein, in ihrem Posting die Eisdiele zu diffamieren, allerdings gibt es weder für die Aussage eines möglichen Mitarbeiters noch die aufgestellte Vermutung Beweise.

Weitere Interpretationsmöglichkeiten gibt es auch durch den Zusatz in dem Post der AfD, der mit den Worten „Die Geschichte wiederholt sich…“ zu lesen ist.

Bezug auf den Nationalsozialismus?

Viele Nutzer vermuten in den Kommentaren, dass das wohl eine Anspielung auf den Nationalsozialismus sein könnte. In dieser Zeit war Juden aufgrund von Schildern nicht gestattet, viele Geschäfte zu besuchen.

Vermutlich hatte die AfD Hamburg-Bergedorf versucht, einen Shitstorm gegen die „Eis-Perle“ starten zu können, doch das genaue Gegenteil traf ein.

Viele User feierten den Aushang der Eisdiele und es gab etliche positive Kommentare, die sich mit dem Geschäft solidarisierten.

Ein Nutzer schrieb etwa:

„Danke für den guten Tipp! Solche Eisdielen sollte man wirklich stärker bewerben. Wirklich tolle Aktion!“

Über 1.000 Menschen versahen diesen Kommentar mit einem Like, was darauf schließen lässt, dass ein Großteil der User die gleiche Meinung haben.

Bislang hat der Facebook-Post der AfD über 4.000 Beiträge sammeln können, die meisten von ihnen unterstützen die antirassistische Haltung der Eisdiele.

Die Partei hatte dadurch nicht zum ersten Mal versucht, sich in der Opferrolle zu sehen und es ist auch nicht das erste Mal, dass das eher nach hinten losging.

Da weiterhin Meinungsfreiheit in Deutschland herrscht, wird es wohl noch häufiger zu Äußerungen in beide Richtungen kommen.

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