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Königswinter: Junge (11) wird durch Schüsse von Luftgewehr lebensgefährlich verletzt – Stiefvater festgenommen

Beim Spielen unter Kindern können mitunter kleinere Unfälle oder Verletzungen vorkommen, auch wenn das natürlich kein schöner Moment ist.

Aber weil die Kleinen noch so unbedarft und ungestüm sind, muss man damit wohl rechnen.

Das dachten sich auch wohl auch zunächst alle Beteiligten im folgenden Fall, über den der WDR berichtete.

Junge kommt lebensgefährlich verletzt nach Hause

In Königswinter bei Bonn (NRW) war vor zwei Wochen ein Elfjähriger Junge nach Hause gekommen, nachdem er nachmittags mit Kindern im Ort gespielt hatte, und zeigte eindeutig Schussverletzungen durch eine Waffe.

Noch am Abend wurde er dann in die Kinderklinik in St. Augustin geliefert, wo die Ärztinnen und Ärzte nach einer ersten Untersuchung die Polizei alarmierten: Auf den Jungen war in der Tat geschossen worden.

Ein Geschoss steckte sogar noch im Oberkörper des 11-Jährigen und es bestand Lebensgefahr. Er musste in der Nacht in der Bonner-Uniklinik notoperiert werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war noch komplett unklar, wer geschossen hatte und auch die Ermittlerinnen und Ermittler schlossen neben einer gezielten Schussabgabe auch einen Unfall nicht aus. Es gab zudem keinen konkreten Tatort.

Die Mordkommission übernahm den Fall, kam aber zunächst bei den Befragungen nicht weiter. Der Junge ist Autist und kann deswegen nicht sprechen.

Doch schon bald verdichteten sich die Hinweise, dass der Schütze aus dem engsten familiären Umfeld kommen könnte.

Stiefvater steht unter Verdacht

Am Donnerstagmorgen um 7:00 Uhr erfolgte dann die Festnahme des Verdächtigen: Es war der 32-jährige Stiefvater des Jungen, der zu Hause abgeholt und anschließend verhört wurde.

Laut der Staatsanwaltschaft Bonn soll der Mann drei Mal auf den 11-Jährigen geschossen haben.

Robin Faßbender, Staatsanwaltschaft Bonn, sagte dazu:

„ES war so, dass er nach der Tat zeugenschaftlich befragt worden ist, und angegeben hat, dass er in einem abgeschlossenen Bereich des Kellers über eine lange Luftdruckwaffe verfügt, die er auch ausgehändigt hat.“

Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass gezielt auf das Kind geschossen wurde und das im eigenen Zuhause.

Noch am Donnerstag gab Faßbender weitere Auskünfte:

„Die rechtliche Bewertung wird erst morgen erfolgen, da hierzu noch, was den genauen Ablauf anbetrifft, weitere Ermittlungen erforderlich sind, so dass auch morgen erst entschieden wird, ob und gegebenenfalls mit welchem Tatvorwurf eine Vorführung vor dem Ermittlungsrichter erfolgen wird.“

Bis Freitag bleibt der 32-jährige Stiefvater noch im Polizeipräsidium in Gewahrsam. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen und hat sich zudem einen Anwalt genommen.

Über das Motiv des Täters ist bislang nichts bekannt.

Wir hoffen, dass sich der kleine Junge von diesem Vorfall erholen kann und er die Hilfe bekommt, die er in dieser Zeit benötigt.