WM-Fans haben ein bizarres Detail auf dem Spielfeld entdeckt: Einige der größten Stars des Turniers modifizieren ihre Fußballschuhe mit einem Loch in der Ferse.
Fußballfans haben sich jahrelang gefragt, warum so viele englische Spieler vor Spielen Löcher in die Rückseite ihrer Stutzen schneiden.
Nun hat sich ein ähnlicher Trend auf ihr Schuhwerk ausgeweitet – einige der bekanntesten Namen des Spiels greifen zur Schere und schneiden in Schuhe, die Hunderte von Euro kosten.
Die ungewöhnliche Modifikation erregte erstmals breite Aufmerksamkeit während des WM-Spiels zwischen Portugal und Spanien, als Außenstürmer Pedro Neto einen seiner leuchtend pinken Nike-Mercurial-Schuhe scheinbar bei einem Zweikampf beschädigte.
Als Neto dem Schiedsrichter die gerissene Ferse seines knapp 400 Euro teuren Fußballschuhs zeigte, bevor er das Schuhwerk wechselte, bemerkten aufmerksame Zuschauer etwas noch Seltsameres: Auch das Ersatzpaar hatte ein Loch an der Ferse – und das sah nicht wie ein Riss aus, sondern wie ein sauber geschnittener Ausschnitt.
Das Internet rätselt über das Fersen-Loch
Fotos der Schuhe verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien und veranlassten Fans zu fragen, ob der ungewöhnliche Look Teil eines neuen Trends oder einfach ein beschädigtes Paar Stollen sei.
„Warum schneiden Fußballer die Rückseite ihrer Schuhe auf? Ich habe gesehen, wie Pedro Neto das gestern gegen Spanien gemacht hat“, fragte ein X-Nutzer und teilte ein Bild von Neto und seinen Schuhen.
„Ich glaube, das war ein Zweikampf, der seinen Schuh beschädigt hat“, spekulierte ein anderer – woraufhin der ursprüngliche Poster antwortete: „Die haben den Schuh gewechselt und ihm diesen hier gebracht – mit dem Ausschnitt hinten.“
Ein weiterer Nutzer schrieb, es sei „ein Symbol für Engagement und Widerstandsfähigkeit als Spieler“, das ihn an die Hingabe und harte Arbeit erinnere, die er in seine Karriere gesteckt habe.
Ein genervter Elternteil ergänzte: „Ich weiß nicht, warum die das mit ihren Stutzen und Schuhen machen – aber es nervt mich, weil mein Sohn das nachmachen will!“
Obwohl das Internet viele Theorien hatte, ist der wahre Grund überraschend einfach – und medizinischer Natur.
„Pump Bump“ – der Haglund-Höcker
Genau wie manche Profis Löcher in die Rückseite ihrer Stutzen schneiden, um den Druck auf die Wade zu reduzieren, modifizieren andere nun ihre Schuhe, um Schmerzen an der Ferse während des Spiels zu lindern.
Laut Footy Headlines haben viele Elitespieler mit dem sogenannten Haglund-Syndrom zu kämpfen – einer Knochenauswuchs an der Ferse – und schneiden daher ein „kontrolliertes Loch“ in ihre Schuhe.
Die Cleveland Clinic erklärt, dass sich dieser Zustand – umgangssprachlich auch als „Pump Bump“ bekannt – entwickelt, wenn durch ständige Reibung „ein knöcherner Höcker an der Rückseite der Ferse entsteht“.
„Das Haglund-Syndrom kann Fersenschmerzen verursachen, besonders wenn man Schuhe trägt, die eng gegen die Rückseite der Ferse drücken. Mit der Zeit können Druck und Reizung des Wachstums zu weiteren Beschwerden im Bereich Ferse und Fuß führen“, so die medizinische Webseite.
Für Elitespieler, die 90 Minuten lang in eng anliegenden Schuhen sprinten, sich drehen und die Richtung wechseln, kann dieser Druck schnell zu Entzündungen rund um die Achillessehne und schmerzhafter Schleimbeutelentzündung führen. Das Entfernen eines Teils des festen Fersenbereichs ermöglicht es dem empfindlichen Bereich, sich freier zu bewegen und die Reibung zu reduzieren.
Arzt äußert sich
Der wachsende Trend hat auch die Aufmerksamkeit von Medizinern erregt. Dr. Donald Grant erklärte, das Syndrom sei „besonders häufig bei Sportlern, einschließlich Fußballspielern, aufgrund von engen Schuhen, wiederholtem Sprinten und plötzlichen Richtungswechseln, die das Risiko einer Reizung erhöhen“.
„Das Haglund-Syndrom ist typischerweise mit drei Hauptproblemen verbunden: einer knöchernen Vergrößerung an der Rückseite des Fersenbeins, einer entzündeten Bursa – dem flüssigkeitsgefüllten Schleimbeutel zwischen Fersenbein und Achillessehne – sowie einer Reizung der Achillessehne selbst“, erklärte der Arzt.
Ein Fersenausschnitt solle jedoch nicht als medizinische Behandlung missverstanden werden.
„Während dies definitiv den Druck auf die Ferse reduzieren und Reibung vermeiden kann, sollte es nicht als wirksame Methode zur Behandlung der Verletzung angesehen werden. Viele Spieler nutzen dies als schnelle, praktische Methode zur Schmerzbewältigung während eines Spiels – aber es ist keine bewährte Präventionsmethode.“
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