Der Zoo, der sich um den kleinen Affen Punch kümmert, hat sich mit einem Update zu Wort gemeldet. Der Baby-Makak hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, nachdem bekannt wurde, dass er offenbar von seiner Gruppe verstoßen worden war.
Punch lebt im Zoologischen und Botanischen Garten der Stadt Ichikawa in Japan und ging letzten Monat viral, als seine traurige Geschichte die Runde machte.
Ein Clip verbreitete sich rasend schnell im Netz: Er zeigt den kleinen Affen, wie er sich in seinem Gehege an ein Kuscheltier klammert, das fast so groß ist wie er selbst. Die Tierpfleger erzählten später, dass der Japanmakak im vergangenen Juli kurz nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen wurde. Ohne mütterliche Fürsorge suchte sich das Jungtier Trost bei dem Stofftier – eine Art „Ersatzmutter“, wie die Mitarbeiter es nennen.
Zoo gibt Entwarnung
Am 19. März veröffentlichte der Zoo ein Video auf X, um besorgte Fans zu beruhigen. Punch werde nicht gemobbt, und der Zoo werde auch nicht eingreifen, um die raue Behandlung durch andere Affen zu unterbinden.
Hintergrund: Letzten Monat hatte ein weiteres Video für Aufregung gesorgt, in dem ein erwachsener Affe Punch hinter sich herzog – vermutlich die Mutter eines anderen Jungtiers, dem Punch zu nahe gekommen war. Der Zoo stellte klar, dass es sich dabei nicht um „ernsthafte Aggression“ gehandelt habe.
„Punch wurde zwar schon oft von anderen Affen zurechtgewiesen, aber kein einziger hat ihm gegenüber ernsthafte Aggression gezeigt“, erklärte der Zoo.

„Wenn ihr seht, wie andere Gruppenmitglieder Punch disziplinieren, wenn er versucht, mit ihnen in Kontakt zu treten, bitten wir euch: Unterstützt seine Bemühungen, anstatt Mitleid zu haben.“
„Das ist kein Mobbing – das ist Affengesellschaft“
Trotz dieser Erklärung rissen die besorgten Nachrichten nicht ab. Viele Menschen sind weiterhin überzeugt, dass Punch aktiv gemobbt wird.
Der Zoo ließ sich davon nicht beirren und bekräftigte seine Position: Das Verhalten sei völlig normal. Makaken leben in einer strengen Hierarchie, und ranghöhere Tiere disziplinieren niedrigere – das gehöre dazu.
„Dieses Verhalten unterscheidet sich grundlegend von dem, was Menschen unter ‚Missbrauch‘ verstehen“, betonte der Zoo.
Es gebe aber auch gute Nachrichten: „Immer mehr Affen kümmern sich um Punch oder spielen mit ihm. Das führt dazu, dass er inzwischen deutlich weniger Zeit mit seinem Stofftier verbringt.“
Einige Affen wurden trotzdem entfernt
Der Zoo gab allerdings zu, dass am 8. März einige der Affen, die Punch angeblich mobbten, aus seinem Gehege genommen wurden.
„Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Punch auf eine Weise angegriffen wurde, die sein Leben gefährden würde“, hieß es.
Gleichzeitig wehrte sich der Zoo gegen einen Verdacht, der offenbar im Raum stand: „Wir haben nicht vor, die Disziplinierung zu ignorieren oder unsere Betreuung zu ändern, nur um bei den Menschen Mitleid zu wecken und so mehr Besucher oder Einnahmen zu generieren.“
Warum Punch bleiben muss, wo er ist
Auch eine Umsiedlung in ein anderes Gehege kommt laut dem Zoo nicht infrage – und das hat einen guten Grund.
„Punch hat sich an das Leben in dieser Gruppe gewöhnt. Wenn wir ihn jetzt herausnehmen, riskieren wir, dass er nie wieder zurückkehren kann und den Rest seines Lebens isoliert verbringen muss“, erklärte der Zoo.
„Wir machen uns genauso große Sorgen um Punch wie ihr. Alle Tierpfleger und Mitarbeiter arbeiten gemeinsam daran, dass Punch als Teil dieser Affengruppe ein gesundes und sicheres Leben führen kann.“
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