Irans WM-Spieler hinterlassen nach Spiel in Los Angeles eine Nachricht in der Umkleidekabine

Die iranische Nationalmannschaft reiste unter strengen Auflagen zur FIFA-Weltmeisterschaft – inmitten anhaltender Spannungen zwischen Iran und den USA. Während sie verpflichtet waren, die USA unmittelbar nach ihren ersten beiden Spielen zu verlassen, machten die iranischen Spieler ihre Haltung deutlich. Nach ihrem Spiel in Los Angeles am Sonntag hinterliessen sie eine Botschaft in der Umkleidekabine – für die ganze Welt.

Irans Teilnahme an der WM, die unter andere in den USA ausgetragen wird, hat angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen beiden Ländern starke Emotionen ausgelöst.

Wochenlang war unklar, ob die iranischen Spieler überhaupt US-Visa erhalten würden. Nach einer langen Phase der Ungewissheit genehmigten die US-Behörden die Visa der Spieler schließich nur zehn Tage vor dem Auftaktspiel.

Nicht alle Mitglieder der iranischen Delegation erhielten jedoch eine Genehmigung. Der iranische Fussballverband bestätigte, dass mehreren „wichtigen Führungs- und Verwaltungsmitgliedern“ die Einreise verweigert wurde – darunter der Teammanager, zwei Analytiker, der Mediendirektor und ein Vertreter des iranischen Aussenministeriums.

Mario Tama/Getty Images

Strenge Einreisebedingungen

Aufgrund des Konflikts mit den USA durfte die iranische Nationalmannschaft ihren Standort nicht in den USA aufschlagen. Die Bedingungen für ihre Aufenthalte waren streng: Sie durften nur am Spieltag einreisen und mussten noch am selben Abend wieder ausreisen – ihr Basislager für das Turnier befand sich in Tijuana, Mexiko.

Diese Entscheidung stiess beim iranischen Nationalteam auf heftige Kritik. Gegenüber dem Independent kritisierte Irans Trainer Amir Ghalenoei die Regelung und erklärte, sie erschwere die Vorbereitung des Teams erheblich.

„Wir konnten nur etwa die Hälfte der Zeit trainieren, die wir normalerweise für das Training aufwenden“, sagte Ghalenoie gegenüber Reuters. „Wir wollten eine optimale physische und technische Vorbereitung.“

„Schaut euch die belgische Mannschaft an. Sie sind gestern Mittag angekommen und konnten ordentlich trainieren.“

Ghalenoei fuhr fort: „Für das dritte Spiel haben sie uns erlaubt, unsere Reiseplanung selbst zu entscheiden. Aber mein Problem ist: Warum haben sie uns nicht auch für die ersten beiden Spiele früher einreisen lassen? Wenn sie das jetzt ermöglicht haben, warum haben sie es dann nicht für unser erstes und zweites Spiel getan?“

INGLEWOOD, KALIFORNIEN – 21. JUNI: Saeid Ezatolahi (#6) aus dem Iran während des Spiels der Gruppe G der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Belgien und dem Iran im Los Angeles Stadium am 21. Juni 2026 in Los Angeles, Vereinigte Staaten. (Foto: Matt McNulty – FIFA/FIFA via Getty Images)

Eine Botschaft in der Umkleidekabine

Bisher hat die iranische Mannschaft ein Spiel verloren und eines unentschieden gespielt. Obwohl ihre Teilnahme umstritten ist, machen die Spieler nun aus einem anderen Grund Schlagzeilen.

Nach dem 0:0 gegen Belgien am Sonntag verliess das iranische Team die Arena Richtung Flughafen, um nach Mexiko zurückzukehren. Zuvor hinterliessen sie eine Nachricht in der Umkleidekabine, die vom Iranischen Fussballverband und Stürmer Ramin Rezaeian in den sozialen Medien geteilt wurde.

„Vom alten Persien vor Tausenden von Jahren bis zum zivilisierten Iran von heute bleibt der Geist Irans lebendig und standhaft“, lautete die Botschaft.

„Wir kamen mit Stolz nach Los Angeles, traten mit Ehre an und verlassen es mit Würde. Danke, Los Angeles, für eure Gastfreundschaft. Und danke an jeden Iraner, der in diesen 180 Minuten sein Herz, seine Stimme und seine Seele für Iran gegeben hat. Mögen Frieden, Respekt und Freundschaft unter allen Nationen herrschen.“

Die iranische Mannschaft bestreitet ihr drittes WM-Spiel am Samstag gegen Ägypten in Seattle.

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