Erschreckende neue Bilder zeigen, wie es im Inneren des Ohio-„Horrorhauses“ aussah, aus dem Behörden 16 Kinder retteten.
Am 30. Juni betraten Behörden das Haus im Vinton County, Ohio, während Deputies einen nicht damit zusammenhängenden Fall untersuchten. Dabei fanden sie 16 Kinder im Alter von 18 Monaten bis 18 Jahren vor, die unter Bedingungen lebten, die Behörden als „erbärmlich“ bezeichneten.
Ermittler gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Kinder die vergangenen vier Jahre in einem einzigen Zimmer von etwa dreieinhalb mal dreieinhalb Metern verbracht hatte – in einem Haus, das Berichten zufolge mit Schmutz und Exkrementen übersät war.
Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson bezeichnete die Situation als „pures Böses“ und erklärte, das Leben der Kinder sei „zum Zeitpunkt des Fundes in Gefahr“ gewesen. Er beschrieb die Kinder als „fast wild“ und sagte, die Zustände im Haus seien solche, „die man sich nicht einmal vorstellen kann, dass Menschen darin leben – geschweige denn Kinder.“
Ermittler stellten zudem fest, dass keines der Kinder je zur Schule gegangen war und dass das Grundstück in einem schwer verwahrlosten Zustand war – mit Schmutz und Exkrementen im gesamten Haus.
„Eine der Ermittlungsherausforderungen besteht darin, dass die Kinder eingeschränkt sind. Sie können kommunizieren, aber es ist äußerst begrenzt, und manche überhaupt nicht“, sagte Vinton County Sheriff Ryan Cain auf einer Pressekonferenz.
Blick ins Innere des Ohio-„Horrorhauses“
Neu veröffentlichte Fotos, die der New York Post vorliegen, geben einen näheren Einblick in das rund 170 Quadratmeter große Haus und zeigen Müllberge, die scheinbar fast jeden Raum übernommen haben.
Abfall, schimmelbedeckte Kleidung und Plastikbehälter sind überall im Haus verstreut. In dem, was der vordere Wohnbereich zu sein scheint, sind die einzigen erkennbaren Möbelstücke eine fleckige Standgefrieranlage und ein gerahmtes Tigerbild. Die Wände sind stark verfärbt.
Weitere Bilder zeigen den Keller, der unter turmhohen Müllbergen versteckt ist – kaum etwas ist zu erkennen außer einem Esszimmerstuhl und einem Fahrradrad, das aus dem Schutt herausragt.
Die Zustände erstrecken sich auch auf das Außengelände, wo sich weiterer Müll angesammelt hat. Nur wenige Hinweise deuten darauf hin, dass dort Kinder gelebt haben könnten – darunter ein kaputtes Fahrrad und ein Kinderbuch.
Auch die beiden draußen geparkten Fahrzeuge waren mit Müll gefüllt, darunter Zigarettenkippen, Essensverpackungen und weiterer Abfall.
Vier Erwachsene angeklagt
Die Behörden verhafteten Gary Siders Jr. (36), Elizabeth Siders (33), Gary Siders Sr. (73) und Christina Siders (67) am Tatort. Alle vier sind mit je 16 Anklagepunkten wegen Kindeswohlgefährdung belastet.
Der Fall ist weiterhin anhängig. Jeder der Angeklagten sieht sich 16 Anklagepunkten wegen schwerer Kindeswohlgefährdung gegenüber, wobei jeder Punkt eine Mindeststrafe von zwei und eine Höchststrafe von zwölf Jahren vorsieht. Bei einer Verurteilung in allen Punkten drohen bis zu 192 Jahre Haft. Alle vier haben auf nicht schuldig plädiert.
Elizabeth, Gary Jr. und Christina Siders werden gegen eine Kaution von je 300.000 Dollar festgehalten, während Gary Siders Sr. aufgrund eines „schweren Gesundheitszustandes“ auf Bewährung freigelassen wurde.
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