Die letzten Sekunden von Gold Dancers Rennen beim Aintree Festival haben Zuschauer schwer erschüttert. Der junge Wallach schleppte seine Hinterbeine über die Ziellinie und brach kurz darauf zusammen – ein Anblick, der vielen unter die Haut ging.
Am 10. April, nur einen Tag bevor der sechsjährige Get on George ebenfalls beim Festival verstarb, kämpfte der siebenjährige Gold Dancer sich nach einer harten Landung über den letzten Sprung noch nach vorn.
Sein Jockey, Paul Townend, trieb ihn weiter an, während die Peitsche seinen Rücken traf – trotz offensichtlicher Schmerzen. Wenige Augenblicke nach dem Sieg im Mildmay Novices’ Chase geschah das Unfassbare.
Aintree Festival – Der dramatische Moment
Gold Dancer lief stark auf das letzte Hindernis zu, doch beim Landen rutschte er weg. Sein Hinterteil knickte zur Seite – sofort schrien Zuschauer entsetzt auf.
„Das Pferd sprang, rutschte und verlor das Hinterteil“, erklärte James Given, Direktor für Pferdegesundheit und Tierschutz bei der British Horseracing Authority (BHA), der BBC. „Er stand schnell wieder auf, versuchte sich zu fangen und galoppierte weiter.“
Doch trotz des Zwischenfalls trieb Townend seinen Hengst mit energischen Peitschenschlägen ins Ziel. Gold Dancer gewann mit vier Längen Vorsprung, ehe sich Sekunden später das volle Ausmaß der Verletzung zeigte.

Der Jockey sprang sofort ab, Tierärzte eilten herbei und errichteten Sichtschirme, um die Szene von den Zuschauern abzuschirmen.
Der Albtraum hinter den Sichtschutzwänden
„Das Pferd war zusammengebrochen und konnte nicht mehr aufstehen“, bestätigte Given später. Die Diagnose: ein Bruch der Lendenwirbelsäule.
Die Verletzungen waren zu schwerwiegend – Gold Dancer wurde noch auf der Rennbahn eingeschläfert.
„Er musste erlöst werden. Er hat sich den Rücken gebrochen – es ist einfach furchtbar“, sagte Eddie O’Leary, Rennmanager des Besitzerstalls Gigginstown. „Paul konnte nichts tun. Das Pferd fühlte sich während des Rennens normal an – erst, als er anhielt, merkte er, dass etwas nicht stimmte.“
Keine Hinweise vor dem Zusammenbruch
Die Rennleitung leitete eine routinemäßige Untersuchung ein, um zu prüfen, ob sich schon vor dem Zieleinlauf Anzeichen einer ernsthaften Verletzung gezeigt hatten.
Laut BHA zeigte Gold Dancer bis zum Ende ein ausgeglichenes und gerades Gangbild.
„Das Pferd blieb kerzengerade, wich nicht ab, die Hinterbeine folgten exakt den Vorderbeinen“, sagte Given. „Erst nach der Ziellinie, beim Wechsel in den Trab, veränderte sich die Bewegung und Paul bemerkte es. Er stieg sofort ab, und Tierärzte übernahmen.“
Townend erklärte vor den Steward: „Ein Jockey kann sich nur darauf verlassen, wie sich das Pferd anfühlt – und er fühlte sich völlig normal an.“
Die Richter entschieden: kein Fehlverhalten, keine Strafe.
Tödliche Risiken beim Hindernisrennen
Gold Dancers Tod löste erneut scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen aus, die Hindernisrennen als unnötig grausam bezeichnen.
PETA nannte das Grand National „eines der gefährlichsten Rennen der Welt“, bei dem Geschwindigkeit, Distanz und hohe Sprünge regelmäßig zu schweren Verletzungen führten.
Laut Animal Aid sind seit dem Jahr 2000 bereits 76 Pferde beim Festival ums Leben gekommen – darunter Willy De Houelle (4) und Celebre d’Allen (13) im Jahr 2025. Nur einen Tag nach Gold Dancers Tod starb auch der sechsjährige Get on George.
„Stürze führen oft zu gebrochenen Hälsen, zertrümmerten Beinen oder Rückenmarksverletzungen“, schrieb PETA in einer Stellungnahme. „Wenn die Verletzungen nicht sofort tödlich sind, werden die Tiere meist direkt vor Ort oder später am selben Tag getötet.“
„Ein billiger Nervenkitzel auf Kosten der Tiere“
„Todesfälle in Aintree sind keine Einzelfälle“, betonte PETA. „Sie sind die vorhersehbare Folge eines Rennens, das absichtlich extrem gestaltet ist, um Glücksspiel, Sponsoren und Zuschauer anzulocken.“
Emma Slawinski von der League Against Cruel Sports stimmte zu: „Jahr für Jahr sterben Pferde in Aintree – für Unterhaltung und eine billige Wette. Gold Dancer ist nur das jüngste Opfer dieses herzlosen Spektakels, das dem Tierschutz ins Gesicht schlägt.“
Sie rief die Öffentlichkeit dazu auf, das Festival zu boykottieren und keine Wetten mehr auf solche Rennen abzuschließen.
„Wenn Tiere anderswo ähnlich verletzt würden, würde man das sofort als Misshandlung verurteilen“, fügte PETA hinzu.
Gold Dancers letzte Schritte haben eine breitere Diskussion ausgelöst – über das schwierige Gleichgewicht zwischen Tradition, Leistungssport und dem Schutz von Tieren.
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