Ein zum Tode verurteilter Häftling in Florida ist der Grund dafür, dass Gefangene im Bundesstaat bei ihrer Hinrichtung eine bestimmte Sache nicht mehr wählen dürfen.
Zum Tode verurteilte Häftlinge in Florida durften zu ihrer letzten Mahlzeit vor der Hinrichtung eine bestimmte Sache einschließen. Doch diese langjährige Tradition fand ein abruptes Ende, nachdem die Handlungen eines Häftlings einen Sturm der Empörung auslösten.
John Spenkelink (30) wurde hingerichtet, nachdem er für die Tötung von Joseph Szymankiewicz im Jahr 1973 in einem Motelzimmer verurteilt worden war. Laut Aktenlage erschoss Spenkelink Szymankiewicz zweimal, bevor er ihn mit einem Beil auf den Kopf schlug. Er behauptete, das Opfer habe ihn mit vorgehaltener Waffe zu einem sexuellen Akt und zur Teilnahme an einem Russisch-Roulette-Spiel gezwungen.
Während Spenkelink im Florida State Prison auf seine Hinrichtung wartete, stießen die Behörden auf ein unerwartetes Problem: Niemand unter dem Personal wusste, wie man den elektrischen Stuhl bedient.
Florida hatte seit 15 Jahren keine Hinrichtung mehr durchgeführt, sodass die Gefängnismitarbeiter kaum praktische Erfahrung mit dem Prozess hatten.
Der stellvertretende Gefängnisleiter Richard Dugger erklärte: „Wir mussten von vorne anfangen und uns auf die Erinnerungen der Leute verlassen.“
Whiskey statt Beruhigungsmittel
Als der Hinrichtungstermin näher rückte, sagte Gefängnisleiter Dave Brierton, dass sowohl er als auch Spenkelink eine emotional schwierige Zeit durchmachten.
„Es war eine sehr schwierige Zeit für Spenkelink. Es war eine sehr schwierige Zeit für mich. Es war der Verlust eines Menschenlebens“, sagte Brierton.
In der Hoffnung, den Verurteilten vor der Hinrichtung zu beruhigen, bot Brierton Spenkelink eine Flasche Jack Daniel’s an – anstatt Medikamente einzusetzen.
Dugger erklärte die Entscheidung später: „Es schien eine Möglichkeit zu sein, den Mann vor dem Gang zum Stuhl vielleicht zu beruhigen. Wir dachten über Beruhigungsmittel nach, aber Medikamente erschienen uns nicht angemessen. Vielleicht würde man sagen, Alkohol sei auch eine Droge – ich weiß es nicht. Wir fragten Spenkelink, ob er einen Drink wolle, und er sagte: ‚Klar.'“
Weitreichende Empörung
Als die Nachricht über diese Geste öffentlich wurde, löste sie weitreichende Empörung aus. Kritiker beharrten darauf, dass jemand, der eines so brutalen Verbrechens schuldig befunden wurde, kein besonderes Privileg vor seiner Hinrichtung erhalten sollte.
Die Reaktion veranlasste die floridianischen Behörden, die Regeln für letzte Mahlzeiten zu überarbeiten und Alkohol von der Liste der erlaubten Gegenstände zu streichen.
Vor Spenkelink war der letzte zum Tode verurteilte Häftling in Florida, der vor einer Hinrichtung Alkohol erhielt, Manuel Fernandez im Jahr 1835. Neben einem „Schluck Brandy“ durfte Fernandez auch ein paar Züge an einer Zigarre nehmen, bevor er hingerichtet wurde.
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