Monica Lewinsky bricht ihr Schweigen 30 Jahre nach Clinton-Affäre

Drei Jahrzehnte ist es her, seit Monica Lewinskys Name in die amerikanische Geschichte eingraviert wurde. Doch jetzt, mit 51, erzählt sie ihre Geschichte in ihren eigenen Worten.

In Elizabeth Days Podcast „How To Fail“ blickte die ehemalige Praktikantin im Weißen Haus auf die aufsehenerregende Affäre mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton zurück – eine Affäre, die nicht nur Washington erschütterte, sondern auch beinahe ihr Leben zerstörte. Der Lewinsky-Skandal war auch in Deutschland ein Riesenthema und dominierte 1998 wochenlang die Schlagzeilen.

Lewinsky war gerade 22, als der Skandal losbrach. Clinton war 49 und der mächtigste Mann der Welt. Die Beziehung beherrschte die Nachrichten, löste ein Amtsenthebungsverfahren aus und entfesselte eine Welle der öffentlichen Beschämung – die sich vor allem gegen sie richtete.

Verrät, ob sie Bill Clinton geliebt hat

Und zum ersten Mal seit Jahren blickt Monica auf die emotionale Wahrheit hinter allem zurück.

„Es war die Liebe einer 22- bis 24-jährigen jungen Frau“, sagte sie.

„Ich denke, da war auch etwas Limerence dabei und allerlei andere Dinge, aber so habe ich es damals gesehen. Ich glaube, es war auch ein Missbrauch von Macht.“ Der englische Begriff „Limerence“ beschreibt einen Zustand intensiver, fast zwanghafter romantischer Verliebtheit – eine Art emotionale Besessenheit, die über gewöhnliche Verliebtheit hinausgeht.

Lewinsky hielt sich nicht zurück, als sie über das schädliche Narrativ sprach, das das Weiße Haus nach Bekanntwerden des Skandals verbreitete.

„Mein allererster Job nach dem Studium war die Arbeit im Weißen Haus“, erklärte sie.

„Ich glaube nicht, dass das die Art von Karriereweg ist, bei der man denkt, dass die Person 10, 12 Jahre später keinen Job mehr bekommen wird.“

Die Praktikantin im Weißen Haus Monica Lewinsky trifft Präsident Bill Clinton bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Das Foto wurde als Beweismittel in den Dokumenten der Starr-Ermittlung eingereicht und vom Justizausschuss des Repräsentantenhauses am 21. September 1998 veröffentlicht.

Nachdem die Affäre aufgeflogen war, habe die Clinton-Regierung ein demütigendes Bild von ihr gezeichnet und sie mit dem veralteten und herabwürdigenden Etikett „Bimbo“ versehen – ein abwertender Begriff für eine vermeintlich dumme, attraktive Frau.

„Ich war kein dummes Bimbo. Aber so wurde ich dargestellt, und damit umzugehen war ein großer Kampf für mich.“

Sie fügte hinzu, dass ein großer Teil der Gegenreaktion von Frauen kam, obwohl es ein Narrativ war, das „vom Weißen Haus geschaffen und verbreitet“ wurde.

„Dieses Etikett wurde von vielen Frauen übernommen“, sagte sie.

Nach dem Skandal bestritt Bill Clinton die Affäre zunächst – bis er am 17. August 1998 öffentlich einräumte, „allein und vollständig verantwortlich“ für die Beziehung zu sein.

Wurde zur Zielscheibe von Witzen

Lewinsky hat sich schon früher über die immense Belastung geäußert, die der Medienzirkus für sie bedeutete. Sie wurde zur Zielscheibe von Witzen, von Reportern gejagt und fiel in eine tiefe Depression.

„Ich liebe und schätze, wer ich heute bin, aber ich glaube, aus so vielen verschiedenen Gründen hätte ich mir ein normaleres Leben gewünscht“, gab sie zu.

„Ich hätte mir einen normaleren Lebensweg gewünscht.“

Monica Lewinsky / Shutterstock

In einem separaten Auftritt im Podcast „Call Her Daddy“ mit Moderatorin Alex Cooper ging Monica noch tiefer darauf ein, wie das Leben war, nachdem sie zu „dieser Praktikantin“ geworden war.

„Du warst 22 Jahre alt, er war 49, du warst Praktikantin. Er war der Präsident der Vereinigten Staaten“, ordnete Cooper ein.

Lewinsky antwortete:

„Ich wurde sehr schnell als Stalkerin dargestellt, als psychisch instabil, als nicht attraktiv genug.“

Weist auf ein entscheidendes Detail hin

Der Preis für diesen Ruf sei nicht nur der Verlust ihrer Anonymität gewesen, sondern auch der ihrer Zukunft.

„Aufgrund der Machtverhältnisse und des Machtgefälles hätte ich niemals in diese verdammte Situation geraten dürfen“, gab sie zu.

Im Rückblick sagt Monica, der Schaden habe sich nicht auf ihr eigenes Leben beschränkt. Sie weist auf ein entscheidendes Detail hin: Der Skandal hinterlieβ bleibende Narben bei einer ganzen Generation von Frauen, die zusahen, wie sie öffentlich beschämt und gedemütigt wurde – für einen zutiefst persönlichen Fehler.

„Es gab so viel Kollateralschaden für Frauen meiner Generation, die zusehen mussten, wie eine junge Frau auf der Weltbühne an den Pranger gestellt wurde – zerrissen für meine Sexualität, für meine Fehler, für alles an mir.“

Drei Jahrzehnte später bittet Monica Lewinsky nicht um Mitleid. Sie bittet darum, zugehört zu werden – und endlich als mehr gesehen zu werden als eine Fußnote in der Geschichte eines anderen.

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