Sie ließ Hollywood hinter sich: Leslie Parrish im Alter von 90 gestorben

Hollywood hat ein vertrautes Gesicht aus dem goldenen Zeitalter des Fernsehens verloren.

Doch Leslie Parrishs Geschichte reichte weit über die Leinwand hinaus.

Immer mehr Stars aus Hollywoods Goldener Ära verlassen uns, und mit jedem Abschied geht ein weiteres Stück Film- und Fernsehgeschichte verloren.

Nun kommt leider ein weiterer Name hinzu: die Schauspielerin Leslie Parrish.

Parrish, deren Karriere einprägsame Auftritte in „Botschafter der Angst“, „Batman“, „Perry Mason“ und „Raumschiff Enterprise“ umfasste, starb Berichten zufolge bereits 2025 im US-Bundesstaat Washington im Alter von 90 Jahren.

Ihre Stieftochter Erica Berdan bestätigte den Tod im August 2026 gegenüber dem Hollywood Reporter.

Abgeschieden in den Bergen

Geboren wurde sie am 18. März 1935 als Marjorie Hellen in Melrose, Massachusetts. Dort verbrachte sie ihre frühe Kindheit, bis sich ihre Eltern scheiden ließen – sie war damals sieben.

Nach der Scheidung zog Parrish mit ihrer Mutter nach Upper Black Eddy, einem winzigen Talort in Pennsylvania mit rund 600 Einwohnern, versteckt in den Bergen von Bucks County.

Es war eine abgeschiedene Kindheit – so abgeschieden, dass Parrish sich später an nahezu keinen Zugang zu moderner Unterhaltung erinnerte.

„Es gab kein Fernsehen, und kein Radiosignal drang über diese hohen Berge zu uns. Können Sie sich das vorstellen, wo Philadelphia nur etwa 100 Kilometer entfernt lag“, sagte Parrish 1960 in einem Interview.

Die US-Schauspielerin Leslie Parrish bei einem Fototermin in New York, um 1960. (Foto: TPLP/Getty Images

Als junges Mädchen träumte Parrish davon, Konzertpianistin zu werden. Entschlossen, ihre musikalische Ausbildung selbst zu finanzieren, arbeitete sie als Kellnerin und erhielt schließlich einen Platz am Philadelphia Conservatory.

Doch irgendwann ging ihr das Geld aus, und sie musste das Klavierstudium unterbrechen. Ihr Talent verlor sie deshalb nicht: Sie spielte weiter und gab sogar Klavierunterricht für angehende junge Musiker.

Am Ende kehrte sie zur Kellnerarbeit zurück. Freunde und Gäste ermutigten sie jedoch, etwas ganz anderes zu versuchen: das Modeln.

Parrish folgte dem Rat und reiste nach New York City, um es auszuprobieren.

Fast sofort fand sie Arbeit.

Diese Entscheidung führte sie auf einen Weg, den sie sich nie hätte ausmalen können – von einem winzigen Bergort in Pennsylvania in die Scheinwerfer Hollywoods.

Ein vertrautes Gesicht auf großer und kleiner Leinwand

Ihr Leben änderte sich, als ein Talentsucher von Twentieth Century Fox auf sie aufmerksam wurde und ihr einen Studiovertrag anbot. Fox gab ihr den Künstlernamen Leslie Parrish und schickte sie nach Hollywood.

Die goldblonde Schauspielerin mit den haselnussbraunen Augen hinterließ rasch Eindruck. Allein 1955 war sie in mindestens fünf Filmen zu sehen, darunter „Ein Mann namens Peter“ und das Musical „Daddy Langbein“ mit Fred Astaire und Leslie Caron.

In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde Parrish ein vertrautes Gesicht in Kino und Fernsehen. Zu ihren Fernsehrollen zählten beliebte Serien wie „Perry Mason“, „Bat Masterson“, „Solo für O.N.C.E.L.“, „Raumschiff Enterprise“ und „Batman“.

Besonders in Erinnerung blieb ihre Verbindung zu „Batman“: In drei Folgen der Serie mit Adam West spielte sie unterschiedliche Figuren. In der zweiten Staffel verkörperte sie Glacia Glaze, eine Handlangerin des Schurken Mr. Freeze.

Werbeporträt von Leslie Parrish für den Film „Der Schatten im Zimmer“, 1962. (Foto: 20th Century-Fox/Getty Images)

In „Raumschiff Enterprise“ war sie in der Folge „Die Stunde der Erkenntnis“ der zweiten Staffel als Lieutenant Carolyn Palamas an Bord der USS Enterprise zu sehen.

Ihre bekannteste Filmrolle hatte Parrish jedoch 1962: In John Frankenheimers Politthriller „Botschafter der Angst“ spielte sie Jocelyn Jordan, die Verlobte der von Laurence Harvey verkörperten Figur.

Zu sehen war sie außerdem in Filmen wie „Li’l Abner“, Jerry Lewis‘ „Drei auf einer Couch“, „Nicht so schnell, mein Junge“ und „The Giant Spider Invasion“.

Protest gegen den Vietnamkrieg

Mit fortschreitender Karriere zog es Parrish jedoch zunehmend zu etwas hin, das über die Schauspielerei hinausging.

Sie engagierte sich intensiv politisch und für den Umweltschutz, protestierte gegen den Vietnamkrieg und setzte sich für Tom Bradley ein, der später der erste schwarze Bürgermeister von Los Angeles wurde. Nach dessen Wahlsieg 1973 wurde Parrish in seine Blue Ribbon Commission berufen.

Zudem gründete sie die Antikriegsorganisation Speakers and Talent Organized for Peace.

Ihre letzte Schauspielrolle hatte sie 1978 in dem Fernsehfilm „No Margin for Error“. Danach ließ sie Hollywood weitgehend hinter sich und widmete sich dem Naturschutz.

Leslie Parrish am Londoner Flughafen (heute Heathrow) am 14. März 1963. (Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images)

Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, dem Autor Richard Bach, gründete Parrish das Spring Hill Wildlife Sanctuary auf Orcas Island im Bundesstaat Washington. Über eine Reihe von Naturschutzvereinbarungen wurden dort letztlich rund 68 Hektar Wald und Lebensraum für Wildtiere geschützt.

Für Parrish wurde diese Arbeit zu einer der bedeutsamsten Leistungen ihres Lebens. Ihre Naturschutzbemühungen bezeichnete sie einmal als das, worauf sie „am stolzesten“ sei.

Von der Hollywood-Schauspielerin zur engagierten Aktivistin und Umweltschützerin: Leslie Parrish führte ein Leben, das weit über die Rollen hinausreichte, die das Publikum auf der Leinwand sah.

Sie wurde 90 Jahre alt.

Ruhe in Frieden, Leslie Parrish.

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