Ein 14-jähriger Junge in Paris soll seit mehreren Wochen französische Touristen und Autofahrer ins Visier nehmen – die Polizei hat ihn bereits mehrfach festgenommen.
Die meisten Menschen kennen Streiche aus ihrer Kindheit. Harmloser Spaß ist Teil des Aufwachsens. Doch es gibt eine klare Grenze zwischen unschuldigem Scherz und dem Verursachen von echtem Chaos.
Seit Wochen sorgt ein 14-jähriger Junge, der sich selbst „Hamza La Douane“ – also „Zöllner Hamza“ – nennt, am Pariser Canal Saint-Martin für Aufruhr. Wie die französische Zeitung Le Parisien berichtet, hat er dort einen gefälschten „Zollposten“ eingerichtet, an dem er Autofahrer mit einer Wasserpistole anhält und zwei Euro verlangt. Wer nicht zahlt, wird nass gespritzt.
In den sozialen Medien erklärte Hamza: „Gebt ihr mir zwei Euro, werde ich euch nicht nass machen. Gebt ihr mir keine zwei Euro, mache ich euch nass.“
Die Idee, so der Teenager, sei von korrupten Zöllnern in Algerien inspiriert worden.
„In Algerien… wenn du die Zöllner bezahlst, durchsuchen sie dich nicht… du kannst weiterfahren. Ich habe dieselbe Idee“, sagte er gegenüber Le Parisien.
Mehrfach festgenommen
Hamza wurde Berichten zufolge wegen des Verdachts auf Gruppengewalt und Vandalismus festgenommen. Videos zeigen ihn außerdem dabei, wie er Frauen in den Kanal schubst und seine Wasserpistole auf Polizisten und Passanten richtet. Le Figaro berichtete, er sei zudem wegen schweren Diebstahls, Beleidigung von Beamten und Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt worden.
„Ich bringe die Leute zum Lachen“
Trotz der Anschuldigungen zeigt sich Hamza unbeeindruckt.
„Ich bringe die Leute zum Lachen – sogar Mütter kommen und machen Fotos mit mir“, sagte er gegenüber BFM TV.
Während seine Mutter Berichten zufolge nichts von seinen Aktivitäten weiß, gab Hamza an, sein Vater wisse Bescheid und habe nichts dagegen einzuwenden.
„Er lässt mich in Ruhe, weil er weiß, dass ich nichts Schlimmes tue. Ich besprühe nur ab und zu Leute und Polizisten mit Wasser. Meine Mutter weiß nichts davon.“
Auch sein Vater verteidigte ihn in einem Interview mit Le Parisien und bezeichnete seinen Sohn als „netten Jungen“, der „niemandem schadet“.
Hamza soll seit dem vergangenen Sommer an etwa zehn mutmaßlichen Straftaten beteiligt gewesen sein und ist der Polizei bestens bekannt.
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