Fall Madeleine McCann: Neue Serie zeigt, wie die Polizei Kates Mutter ein Geständnis abpressen wollte

Der Fall Madeleine McCann – das kleine Mädchen, das 2007 in Portugal verschwand – ist weiterhin eines der größten Rätsel der Kriminalgeschichte. Eine neue Dramaserie auf Channel 5, „Under Suspicion: Kate McCann“, enthüllt nun erschütternde Details darüber, wie die portugiesische Polizei den Fall handhabte – und welche grausamen 49 Fragen sie Madeleines Mutter Kate während eines elfstündigen Verhörs stellte.

Das britische Kleinkind Madeleine McCann verschwand 2007 während eines Familienurlaubs in Portugal spurlos. Der Fall erschütterte damals die ganze Welt – und tut es bis heute, da der Entführer noch immer nicht gefasst wurde.

Die Dreijährige verschwand im Mai 2007 aus ihrem Bett in der Ferienwohnung der McCanns in Praia da Luz, Portugal, während ihre Eltern in einem nahegelegenen Restaurant zu Abend aßen.

In der verheerenden Zeit danach standen Madeleines Eltern, Kate und Gerry McCann aus Rothley in Leicestershire, im Mittelpunkt einer weltweiten Aufmerksamkeit.

Doch was als Welle der Anteilnahme für die verzweifelten Eltern begann, nahm in den ersten Monaten eine sehr dunkle Wendung. Kate und Gerry gerieten selbst in den Fokus von Aufmerksamkeit, Verdächtigungen und kritischer Überprüfung.

PRAIA DA LUZ, PORTUGAL – 10. AUGUST: Luftaufnahme der Ferienanlage und Umgebung, in der Madeleine McCann verschwand, 10. August 2007 in Praia da Luz, Portugal. Die Polizei setzt ihre Ermittlungen in dem Algrave-Dorf fort, nachdem in der Wohnung der McCanns Blut gefunden wurde. (Foto: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Forensische Beweise, die angeblich von der portugiesischen Polizei durchgestochen wurden, schienen darauf hinzudeuten, dass die McCanns selbst die Täter waren.

Madeleine McCanns Mutter musste sich einem qualvollen Verhör mit 49 Fragen stellen

Die Polizei hatte unermüdlich und eng mit Kate und Gerry zusammengearbeitet, um Madeleine McCann zu finden. Doch offenbar waren die Ermittler verzweifelt, den Fall zu lösen, und die Zusammenarbeit mit den Eltern schlug in etwas anderes um. Plötzlich waren sie die Beschuldigten.

Laut der Zeitung The Sun hatte ein Beamter Kate, Gerry und ihre Zwillinge Amelie und Sean sogar zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen. Am nächsten Tag wurde Kate offiziell zur Verdächtigen erklärt – auf Portugiesisch „Arguida.“

Daraufhin musste Kate McCann ein elfstündiges Polizeiverhör über sich ergehen lassen, bei dem ihr 49 Fragen gestellt wurden – eine äußerst belastende Erfahrung für die Familie.

Während des Verhörs wurde die dreifache Mutter zu den Ereignissen in der Nacht des 3. Mai befragt. Laut der neuen Channel-5-Dramaserie „Under Suspicion: Kate McCann“ fragten die Beamten, warum die Kinder nicht über Nacht in der Kinderbetreuung des Ocean Club gelassen worden seien, während die Eltern und ihre Freunde in der Tapas-Bar auf der anderen Straßenseite zu Abend aßen.

BERLIN – 6. JUNI: Kate und Gerry McCann, die Eltern der vermissten vierjährigen britischen Madeleine McCann, zeigen ein Fahndungsplakat ihrer vermissten Tochter während einer Pressekonferenz am 6. Juni 2007 in Berlin. Kate und ihr Mann Gerry sind in Berlin, um bei der Suche nach ihrer vermissten Tochter Madeleine um Hilfe zu bitten, die am 3. Mai 2007 aus ihrer Ferienwohnung in Praia da Luz, Portugal, verschwand. (Foto: Miguel Villagran/Getty Images)

Als Kate fragte, warum sie verhört werde, erhielt sie eine knappe, aber schockierende Antwort: „Weil wir Ihnen nicht glauben.“

Die Mutter entgegnete: „Wollen Sie damit sagen, ich hätte etwas mit Madeleines Verschwinden zu tun?“ Der Ermittler antwortete: „Hatten Sie?“

Polizei bot ihr einen Deal an

Damals enthüllte Gerry McCanns Schwester, dass Kate von der Polizei ein Deal angeboten worden war. Wenn sie zugebe, ihre dreijährige Tochter versehentlich getötet zu haben, würde sie eine reduzierte Strafe bekommen. Kate lehnte ab.

„Sie versuchten, sie zu einem Geständnis zu bewegen, dass sie Madeleine versehentlich getötet und dann versteckt und die Leiche beseitigt habe, indem sie ihr über ihren Anwalt einen Deal anboten: ‚Wenn Sie sagen, dass Sie Madeleine aus Versehen getötet und dann ihren Körper versteckt und beseitigt haben, können wir Ihnen eine Haftstrafe von zwei Jahren oder sogar weniger garantieren'“, erzählte Gerrys Schwester Philomena damals ITV News.

In einem Interview mit The Independent sagte Laura Bayston, die Kate in der Channel-5-Dramaserie spielt, das Drehen der Verhörszene sei „grauenhaft“ gewesen. Auf Anraten ihres Anwalts antwortete Kate McCann auf 48 der 49 ihr gestellten Fragen mit „Kein Kommentar.“

UNDATIERT: Auf diesem Handout-Foto, veröffentlicht am 16. September 2007, lächelt die vermisste Madeleine McCann. Die Familie McCann ist aus Portugal zurückgekehrt, nachdem die örtliche Polizei sie zum Verschwinden ihrer Tochter Madeleine befragt hatte, die am 3. Mai 2007 aus ihrer Ferienwohnung in Praia da Luz verschwand. Die portugiesische Staatsanwaltschaft prüft die Ermittlungsakten im Fall Madeleine McCann. (Foto: Handout/Getty Images)

„Es war alles emotional, aber als Kate von der Polizei das Angebot unterbreitet bekommt, ihre Schuld einzugestehen – das war wirklich grauenhaft und ein absoluter Schlag in die Magengrube beim Drehen“, sagte sie laut The Independent. „Es war schwer, die Emotionen dabei unter Kontrolle zu halten – ein Wechselbad zwischen totaler Verzweiflung und blanker Wut.“

Madeleines Eltern Kate und Gerry von jedem Verdacht freigesprochen

2008, nach etwa einem Jahr des Verdachts, wurden Kate und Gerry McCann von jeglicher Beteiligung freigesprochen. Der leitende Ermittler des Falls, Gonçalo Amaral, wurde dauerhaft von weiteren Untersuchungen abgezogen.

Bis heute wird Madeleine McCann vermisst – in einem Fall, der als einer der erschütterndsten Kriminalfälle der modernen Geschichte gilt.

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